media

Die Präsidentin des Maserati Clubs Italien

Maria Teresa de Filippis

Maria Teresa de Filippis begann ihre Rennkarriere als junge Frau im Jahr 1948. Aufgrund einer Wette mit ihren Brüdern ging die dynamische, sportliche, resolute Frau erstmals auf dem Salerno-Cava dei Tirreni an Bord ihres Fiat Topolino an den Start. Sie siegte in ihrer Fahrzeugklasse und setzte, von diesem unverhofften Erfolg beflügelt, ihre Renntätigkeit fort. Maria Teresa de Filippis absolvierte weitere zwei Rennen mit dem Fiat Kleinwagen und wechselte daraufhin auf die Sportwagen der 750-Kubikzentimeter-Klasse über. Sie fuhr auf Urania und Giaur, mit denen sie stets ausgezeichnete Platzierungen in ihrer Klasse erzielte. Die etablierten Rennstreckenchampions, gegen die sie in ihrer Klasse antrat, begannen die Rennfahrerin, die mittlerweile unter dem Spitznamen „pilotino“ bekannt war, zu fürchten und zu bewundern.
Im Jahr 1954 kaufte Maria Teresa de Filippis einen Osca 1100, mit dem sie eine glänzende italienische Meisterschaft fuhr. Als sie den Titel fast schon in der Tasche hatte, erlebte sie ihren ersten
schweren Unfall. Zwei Teilnehmer des Rennens, die ihr vorausfuhren, hatten die Strohballen zerfahren. Das aufgewirbelte Stroh
verhinderte ihr die Sicht, so dass sie von der Straße abkam. Beim Unfall verlor sie fast vollständig das Gehör auf dem linken Ohr. Als sie sich von den Verletzungen erholt hatte, kaufte sie einen Maserati A 6 CGS 2 Liter, mit dem sie den zweiten Platz in der Gesamtwertung der Italienischen Sport-Championship eroberte. Bis zum Ende ihrer Rennaktivität blieb sie dem „Dreizack“ treu. Im Lauf ihrer Karriere erlebte sie noch weitere drei schwere Unfälle, die sie wie durch ein Wunder überlebte. Auf dem 1.000-km-Rennen von Buenos Aires war sie Erste in ihrer Klasse und Vierte in der Gesamtwertung, als sie von der Straße abkam, um einem langsameren Fahrer auszuweichen. Sie flog aus dem Fahrzeug heraus und fiel auf die Rennstrecke, wobei sie sich den Arm brach. In Mugello kam sie erneut von der Straße ab, das Fahrzeug entglitt ihr in Richtung einer Schlucht, vor der sie glücklicherweise ein Baumstumpf rettete. In Portugal schließlich zerbrach der Maserati F1 in zwei Teile und Maria Teresa de Filippis konnte sich dadurch retten, dass sie sich im Fahrzeuginnenraum zusammenkrümmte. In der Saison 1958 ging sie in der Formel 1 mit einem nicht sehr wettbewerbsstarken Maserati F1 an den Start, mit dem sie sich jedoch stets so sehr ins Zeug legte, dass sie immer beachtlich abschnitt. Zum Saisonauftakt, auf dem Formel 1-Grand Prix in Syrakus, platzierte sie sich auf Rang fünf in der Gesamtwertung und beim sehr schwierigen Grand Prix in Spa, Belgien, erreichte sie einen schmeichelhaften 10. Platz in der Gesamtwertung. Bei ihrem Rückzug aus dem Motorsport konnte sie auf 100 Rennerfolge in elf Jahren Rennaktivität verweisen. Es sei außerdem an ihre Leistung auf dem Grand Prix von Italien im Jahr 1958 erinnert, als sie über eine gewisse Zeit der einzige italienische Fahrer im Rennen war. Sie schied aufgrund von Problemen am Fahrzeugantrieb zwölf Runden vor Rennschluss aus, als sie an vierter Stelle lag. Nach dem Tod ihres Freundes Jean Behra gab sie 1959 ihre Motorsportkarriere auf. Nach einem langen Intermezzo weitab vom Renngeschehen ist sie gegenwärtig Präsidentin des Maserati Clubs, Vizepräsidentin des Club International des Anciens Pilotes de Grand Prix F1 (Internationaler Club der ehemaligen Formel 1-Grand-Prix-Fahrer) und Mitglied des Ehrenkomitees des Mille Miglia Clubs.