Die Fertigung im Hause Maserati: Die Lackiererei

Die Arbeitsschritte bei der Lackierung eines Wagens von Maserati.

Die Lackierung der Maserati-Karosserien erfolgt im Ferrari-Werk in Maranello und wird in mehreren Schritten durchgeführt, um die gleiche Qualität und die gleichen Eigenschaften des Lacks zu garantieren, wie er auch mit den Wagen des springenden Pferdchens zum Einsatz kommt.

Derzeit können in der Lackiererei in Maranello gleichzeitig Karosserien von Ferrari und Maserati lackiert werden, wobei insgesamt pro Tag rund 17 Wagen des Hauses Maserati lackiert und für den Versand nach Modena, zur Endmontage, vorbereitet werden können.
 
Insgesamt dauert der gesamte Vorgang – von der Anlieferung der Karosserien bis hin zur abschließenden Qualitätskontrolle – im Durchschnitt vier Tage. Dabei wechseln sich manuelle und vollautomatisierte Eingriffe auf die Karosserie ab, so dass ein einzigartig hoher Qualitätsstandard erzielt werden kann.
 
Die Arbeiten werden in einer vollklimatisierten Umgebung vorgenommen, um konstant bleibende Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Der Zyklus der Lackierarbeiten beginnt mit der Anlieferung der Karosserie von ITCA aus Turin.
 
In der ersten Phase werden die Karosserien einer speziellen chemischen Reinigung unterzogen, um ölige Rückstände des Pressens zu beseitigen und eine erste Schicht schützenden Lacks aufgetragen.
 
Während dieser gesamten, vollautomatisierten Phase werden die Karosserien mit der Motorabdeckung, den Türen und dem Kofferraumdeckel, die allesamt leicht geöffnet sind, an einer Aufhängung hängend durch einen speziellen Tunnel transportiert. Dadurch kann der Schutzlack auch in die entlegensten Ecken im Inneren der Karosserien eindringen. Durch eine Elektrophorese wird die Karosserie in eine spezielle Wanne getaucht, in der sich ein extrem flüssiger Lack befindet, der sich, dank des Elektronenflusses gleichmäßig auf der Oberfläche verteilt.
Nach dem Waschen, der Vorbereitung und dem Auftragen des Schutzlacks, werden sämtliche Verbindungsstücke zwischen den Karosserieteilen von Hand versiegelt, um ein Eindringen von Pulver, Feuchtigkeit oder Luft zu unterbinden.
 
Nun beginnt die Phase des Lackierens der Karosserie. Dabei wird ein Untergrund aufgetragen, der so genannte Primer, auf den schließlich die Farblackierung gelegt wird. Um ein besseres Ergebnis zu erhalten und die darauf folgende Phase zu vereinfachen, richtet sich der Primer nach der endgültigen Farbe des Wagens.
Soll der Wagen zum Beispiel eine rote Lackierung erhalten, dann schimmert der Primer leicht rosa; soll die Farbe des Wagens hell oder dunkel sein, dann ist der Primer entweder weiß respektive dunkelgrau.
 
In der folgenden Phase erfolgt ein weiterer Eingriff von Hand, um nach dem Auftragen des Primers und der ersten Lackschicht das Ergebnis zu überprüfen. Auch die erste Lackschicht wird von Hand aufgetragen. Die außergewöhnlich brillanten Eigenschaften des Lacks sind das Ergebnis handwerklicher Fähigkeiten, wodurch auch die Arbeitszeiten an den Karosserien optimiert werden, womit zudem eine perfekte Verteilung des transparenten Lacks, den man am Ende aufträgt, erzielt wird.
 
In der Endphase wird die Karosserie einer Qualitätsprüfung unterzogen und die dem Untergrund am nähesten liegenden Teile (Unterboden, Radkasten) mit einer Schutzschicht überzogen, um die Karosserie gegen Salz, Steinschlag und Umwelteinflüsse resistenter zu machen.
Bezüglich der von Maserati angebotenen Farbpalette kann man aus 16 Farben (zwölf davon sind Metalliclackierungen) auswählen. Dank des extrem flexiblen Lackiervorgangs können problemlos auch zahlreiche andere Farben realisiert werden.